Jubiläen in der Saison 2017/18

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Jubiläen in der Saison 2017/18

Liebe Curlende auf dem Dolder

Hans Ruedi Gruber hat mich auf zwei (genau genommen vier) Jubiläen aufmerksam gemacht, die diese Saison gefeiert werden könnten, falls es denn jemandem zum Feiern zu Mute ist:

  1. 55 Jahre VDCB
  2. 55 Jahre Curlinghalle auf dem Dolder
  3. 55 Jahre Curling Club Zürichberg
  4. 40 Jahre Curling-Restaurant

 

Ich zitiere im Folgenden aus der Festschrift zum 25-Jahr-Jubiläum, die 1987 verfasst wurde:

«Nach vielen, ja endlosen Sitzungen und Besprechun­gen (in dieser Beziehung hat sich bis heute nichts ge­ändert) folgte dann die Einladung zu einer orientie­renden Versammlung im Restaurant Döltschihof. Eine Einladung übrigens, die damals recht viel Auf­sehen erregte und in mehreren Zeitungen publiziert wurde. An der Versammlung wurde beschlos­sen, dass nicht nur einer, sondern gleich mehrere Clubs gegründet werden sollten, die sowohl indivi­duell sowie mit vereintem Elan mithelfen sollten, Curling in Zürich zu fördern und zu einer ernst zu nehmenden Sportart aufzubauen. So wurden an diesem Abend, dem 23. Februar 1960, spontan die Clubs City, Züri-Leu und Blau-Weiss gegründet. Die offizielle Gründungsversammlung des Vereins Dolder Curling-Bahnen VDCB fand am 28. Mai 1962 im Restaurant Strohhof statt.»

«Die Dolder Eisbahn plante zu diesem Zeitpunkt die längst fällige Erweite­rung der bestehenden Anlage. Es zeigte sich, dass die Dolder Kunsteisbahn ebenso Interesse hatte an den Curlern wie diese an einer eigenen Curlinghalle. Man einigte sich, der Vertrag zwischen der Dolder Kunst­eisbahn AG und dem VDCB wurde am 2. Februar 1962 unterzeichnet. Der Bau der neuen Halle wurde im Frühjahr 1962 in Angriff genommen. Am 25. Oktober 1962 konnte der Spielbetrieb auf dem Dolder erstmals aufgenommen werden. Endlich, nach mehrjährigem Warten und Hoffen verfügten die Zür­cher Curler über ihre eigene Curlinghalle. Vorerst allerdings war der Spielkomfort noch recht be­scheiden. So konnte in den ersten zwei Monaten nur auf zwei offenen Bahnen und nur zu bestimmten Zeiten gespielt werden, ab dem 30. November war die Halle dann, wenn auch noch nicht ganz, so doch für den Spielbetrieb fertiggestellt. Die Kühlrohre waren erst auf Sand verlegt, und der Eismeister Balmer hatte sein ganzes Können aufzuwenden, um mit den techni­schen Tücken fertigzuwerden und ein einigermassen brauchbares Eis herzustellen.
Die äussere Form der Halle entsprach bereits damals dem heutigen Bau, einzig das Restaurant war noch nicht erstellt. Das Hauptproblem war jedoch nicht die fehlende In-Haus-Verpflegung, sondern die Tatsache, dass die Halle auf beiden Seiten offen stand und Schnee und Regen somit ungehindert eintreten konn­ten. Die entsprechend holprige Eisfläche machte manchem ehrgeizigen Wettkämpfer zu schaffen, ver­half ihm aber gleichzeitig zur glaubwürdigen Ausrede «Es liegt halt am Eis» – etwas, das heute (1987) «leider» kaum mehr akzeptiert würde.
Die offene Halle gab aber auch aus anderen Gründen Anlass zu mancher Diskussion. Es sei ein «rheuma­förderndes Durchzugsloch» gewesen und «ganze Mannschaften sind wegen Hexenschuss ausgefallen», so liest es sich in alten Protokollen. Deshalb wurde auch lautstark Abhilfe gefordert, und bereits nach der ersten Saison konnte die Rückseite der Halle mit Klappfenstern definitiv geschlossen werden. Das Windproblem war dadurch gelöst, allerdings tauchten jetzt neue Schwierigkeiten auf: Nebelschwaden wälz­ten sich durch die Halle, und manch eifriger Skip hoffte, dass seine Mitspieler wenigstens seiner Stimme nach die richtige Zielavisierung vornahmen. Ob, wie gemunkelt wird, auch Nebelhörner zum Einsatz kamen, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit nachweisen.
Heute entspricht die Curlinghalle noch weitgehend dem, was die Initianten vor 25 Jahren geplant und realisiert hatten. Der Ausbau von zwei auf drei Rinks Ende der siebziger Jahre konnte ohne bauliche Verän­derungen vorgenommem werden, und kaum jemand kann sich heute vorstellen, dass es monatelanger Dis­kussionen bedurfte, um jedermann davon zu über­zeugen, dass der Platz für drei Rinks auch ausreichen würde.»

«Verglichen mit der über hundert­jährigen Curling-Tradition in der Schweiz, sind wir (der CC Zürichberg) eher ein junger Verein, ein Club der Gegenwart. Im April 1987 konnten wir den 25. Jahrestag unserer Grün­dung (April 1962) feiern. Unsere Mitgliedschaft besteht aus 56 Aktiv- und 12 Passivmitgliedern. Die Aktiven unterteilen sich in 10 Veteranen-, 25 Senioren-, 15 Her­ren- und 6 Juniorenmitglieder. Diese Mitgliederstruktur zeigt auf, dass wir in allen sportlichen Kate­gorien (ausser Damen) in die regionalen und schweizerischen Curlingmeisterschaften eingreifen können. Wir konnten in den letz­ten Jahren durch einen gezielten Mitgliederzuwachs die Vereins­basis stärken. Bekannte Curler­familien haben uns durch den Ein­tritt ihrer «Junioren» zum notwen­digen Nachwuchs verholfen. Auch in Zukunft werden wir unseren Junioren die volle Aufmerksam­keit schenken.» (Autor: Edy Brodbeck)

«1977 wurde das Restaurant angebaut. Damit wurde vor allem dem Gesellschaftsleben und dem Zusammen­halt der verschiedenen Clubs neue Möglichkeiten ge­geben. In der heutigen Zeit, wo Curling immer mehr an den sportlichen Erfolgen gemessen wird, eine wünschenswerte und der Tradition des Curlings för­derliche Entwicklung.»

Beste Curlergrüsse
Peter Wildhaber

 

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